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Frage des Monats – Damien Terres

Inhaltsverzeichnis

Können Papierlösungen Kunststoff wirklich ersetzen?

Interview mit Damien Terres, Produktmanager und Ingenieur – CGP Coating Innovation

In den letzten Jahren hat sich der Übergang zu nachhaltigeren Verpackungen deutlich beschleunigt. Doch hinter dieser Entwicklung steht eine zentrale Frage, die sich viele Industrieunternehmen stellen: Kann Papier tatsächlich Leistungsniveaus erreichen, die mit Kunststoff auf industriellen Produktionslinien vergleichbar sind?

Wir haben diese Frage Damien Terres, Produktmanager und Ingenieur bei CGP Coating Innovation, gestellt.

1- Damien, was hat sich in den letzten Jahren bei Papierlösungen am stärksten verändert?

Die größten Fortschritte betreffen die Beschichtungstechnologien und Formulierungen.

Heute ist es dank moderner Papierbeschichtung (paper coating) möglich, Papier Eigenschaften zu verleihen, die früher Kunststoff vorbehalten waren: Heißsiegelfähigkeit, Beständigkeit gegen Feuchtigkeit oder Fett, verbesserte mechanische Festigkeit und in einigen Fällen sogar höhere Barriereeigenschaften, die für bestimmte Anwendungen im Lebensmittelkontakt (food contact) geeignet sind.

Ein weiterer wichtiger Fortschritt ist die industrielle Prozessstabilität. Materialien müssen auf Hochgeschwindigkeitsanlagen laufen und dabei eine konstante und reproduzierbare Siegelqualität gewährleisten. In diesem Bereich wurden erhebliche Fortschritte erzielt.

2- Ist es technisch schwierig, Kunststofffolie durch Papier zu ersetzen?

Der Übergang von Kunststoff zu Papier (from plastic to paper) ist heute möglich. Er erfordert technische Arbeit, ist jedoch kein Hindernis mehr wie früher.

Papier verhält sich anders als Kunststofffolie. Es ist steifer, weniger elastisch und empfindlicher gegenüber Umgebungsbedingungen. Das beeinflusst das Formen, Falten und Siegeln.

Daher müssen mehrere Parameter optimiert werden:

  • das Papierträgermaterial,

  • die Steifigkeit,

  • der Reibungskoeffizient,

  • die Gleichmäßigkeit der Beschichtung,

  • sowie die Formulierung der siegelfähigen Schichten.

Das Ziel ist ein ausreichend stabiles Material, das auf bestehenden Maschinen ohne größere Anpassungen eingesetzt werden kann und zuverlässige Papierverpackungen (paper packaging) ermöglicht.

3- Sind Papierlösungen mit heutigen Produktionslinien kompatibel?

Das ist ein entscheidender Punkt.

Bei CGP entwickeln wir Übergangsverpackungen (transition packaging) von Anfang an unter Berücksichtigung dieser Anforderung. Ziel ist es, Industriebetrieben den Wechsel von Kunststoff zu Papier zu ermöglichen, ohne größere Investitionen in neue Anlagen.

In den meisten Fällen reichen Anpassungen der Einstellungen aus, etwa bei Temperatur, Druck oder Siegelzeit. Industrielle Tests ermöglichen es, diese Parameter vor Produktionsbeginn abzusichern.

4- Welche Rolle spielt CGP bei dieser Umstellung?

Unsere Aufgabe besteht nicht nur darin, ein Material zu liefern.

Wir begleiten unsere Kunden von Beginn an: Analyse der Anforderungen, Versuche, technische Validierung und Anpassung der Prozesse.

Jede Anwendung ist unterschiedlich. Produkt, Taktzahl, logistische Bedingungen oder regulatorische Anforderungen – insbesondere im Bereich Lebensmittelkontakt – beeinflussen die Wahl der geeigneten Verpackungslösungen (packaging solutions).

Diese Begleitung ist entscheidend, um die industrielle Umsetzung von Papierverpackungen abzusichern.

5- Hat sich die Wahrnehmung von Kunststoffverpackungen wirklich verändert?

Ja, eindeutig.

Kunststoff bleibt ein leistungsfähiges Material, wird heute jedoch auch zunehmend im Hinblick auf seine Umweltauswirkungen (environmental impact) betrachtet, insbesondere bei Einwegverpackungen.

Marken, Hersteller und Händler berücksichtigen diese Kriterien immer stärker in ihren Entscheidungen. Auch europäische Vorschriften beschleunigen diese Entwicklung.

Neu ist, dass sich dieses Bewusstsein heute in konkreten Projekten und realen Investitionen widerspiegelt.

6- Wird Kunststoff in den kommenden Jahren verschwinden?

Nein, Kunststoff wird nicht verschwinden.

Er bleibt für bestimmte Anwendungen unverzichtbar, insbesondere wenn sehr hohe Barriereanforderungen bestehen.

Sein Einsatz wird sich jedoch stärker auf diese notwendigen Anwendungen konzentrieren.

Papier wird dank technischer Innovationen in der Papierbeschichtung und Materialentwicklung in vielen Bereichen weiter an Bedeutung gewinnen. Die Branche entwickelt sich hin zu einer rationaleren Materialwahl, basierend auf funktionalen Anforderungen und dem gesamten Umwelteinfluss.

7- Was treibt diesen Wandel heute am stärksten voran?

Drei Faktoren spielen eine zentrale Rolle:

Regulierungen setzen den Rahmen.
Verbraucher äußern steigende Erwartungen.
Und Marken lösen Investitionen und konkrete Veränderungen aus.

Langfristig sind es häufig die industriellen Entscheidungen der Marken, die den größten Einfluss haben, da sie Materialwahl und Lieferketten nachhaltig prägen.

Fazit

Die technischen Fortschritte der letzten Jahre haben die Rolle von Papier in der Verpackungsindustrie grundlegend verändert.

Wie Damien Terres betont, geht es heute nicht mehr darum, ob Papier funktionieren kann, sondern in welchen Anwendungen es am sinnvollsten ist und wie Industriebetriebe effektiv beim Übergang zu nachhaltigeren Verpackungslösungen unterstützt werden können.

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